Mies van der Rohe in Aachen stärker zu verankern hat der Verein zu seinem Hauptanliegen erhoben. Mit der geplanten Realisierung eines bisher nur in der Weißenhof-Ausstellung 1927 in Stuttgart gezeigten Glaspavillons soll Aachen ein Vorzeigeobjekt von Mies bekommen. Barcelona ging diesen Weg bereits vor 20 Jahren, als die Stadt mit Sponsorenhilfe den Pavillon der Weltausstellung 1928 wieder errichten ließ. Touristische Attraktion und Forum wichtiger Veranstaltungen, einschließlich der Verleihung eines Mies-van-der-Rohe-Architekturpreises, ist er aus Barcelona nicht mehr wegzudenken. Ähnliche Resonanz erhofft sich der Aachener Mies van der Rohe-Haus Verein von der Erstellung des als Ur-Pavillons bezeichneten Entwurfs von 1927. Abmessungen, Raumaufteilungen und Materialien bieten bei aller Eigenständigkeit die gleichen Möglichkeiten zur öffentlichen Nutzung wie sein Pendant in Katalonien.
Bedeutende Künstler und Baumeister des 20. Jahrhunderts, die ihre Wurzeln in der Aachener Region haben, sollen in wechselnden Präsentationen der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Hauptanliegen ist – nach zunächst wechselnden Ausstellungsräumen – ihnen ein eigenes Forum in Aachen zu bieten. Die Gründungsinitiative ging von einigen Bürgern der Stadt aus, die eine ungenügende Berücksichtigung dieser wichtigen Künstler feststellten. Pädagogisches Ziel ist darüber hinaus, Schüler und junge Menschen zur Auseinandersetzung mit der künstlerischen und baukünstlerischen Entwicklung des 20.Jahrhunderts anzuregen. Folgende Aachener Künstler sind mit ihrem Werk in die Kunstgeschichte dieser Epoche eingegangen und bilden den Schwerpunkt der Aufarbeitung durch den Mies van der Rohe Haus-Verein.
Mies van der Rohe 1886 - 1969 (Architekt und Designer)
Avantgarde-Architekt von Weltrang und Entwerfer zeitloser Möbelklassiker
Hanns Bolz 1885 – 1918 (Expressionist und Kubist)
In Paris vor dem 1.Weltkrieg auf Montmatre und Montparnase Nachbar der Großen dieser Zeit.
Ewald Mataré 1887 - 1965 (Bildhauer und Holzschneider)
Sein plastisches Werk ist zeitlos und modern und in seiner Eigenständigkeit herausragend.
Jupp Wiertz 1888 - 1939 (Plakatdesigner und Gebrauchsgrafiker)
Sein Berliner Atelier arbeitete für fast alle bedeutenden deutschen Großunternehmen. Entwürfe für Amerika, Frankreich und andere Länder zeigen seine Internationalität.
Heinrich Maria Davringhausen 1894 – 1970 (Maler)
Seine Beiträge zur Neuen Sachlichkeit haben höchsten musealen Rang.
Karl Otto Götz *1914 (Maler und Schriftsteller)
Zählt zu den wichtigsten deutschen Malern nach dem 2.Weltkrieg. Internationaler Stellenwert (COBRA etc.). Seine surrealistischen Gedichte haben Einzug in die einschlägige Standardliteratur gehalten.
Karl-Fred Dahmen 1917 - 1981 (Maler und Radierer)
Wichtiger Maler des deutschen Informel. Anreger eines frühen künstlerischen Austauschs zwischen Rheinland und Frankreich nach dem II.Weltkrieg. Seine Radierungen zählen zu den Besten in ihrer Kategorie.
Ludwig Schaffrath *1924 (Glasgestalter und Maler)
Arbeiten in Japan und vielen anderen Ländern bestätigen seine weltweite Präsenz als Glasmaler.