Abb. 3: Die Stadt Mannheim, Situation des geplanten Nationaltheaters
Theaterprojekt Mies van der Rohe - Stadtplan
Abb. 4: Lageplan von Mies van der Rohe
Theaterprojekt Mies van der Rohe - Lageplan
Abb. 5: Ausschnitt aus dem Lageplan: Die Eingangssituation des Nationaltheaters auf dem Goetheplatz öffnet sich nach Westen in Richtung Innenstadt
Theaterprojekt Mies van der Rohe - Lageplan
Abb. 6: Das geplante Nationaltheater auf dem Goetheplatz (Modellfoto)
Theaterprojekt Mies van der Rohe - Modellfoto
Abb. 7: Blick durch die Glasfassade in den Zuschauerraum (Modellfoto)
Theaterprojekt Mies van der Rohe - Modellfoto

Das alte Mannheimer Nationaltheater, das im zweiten Weltkrieg zerstört wurde, stand in der Innenstadt auf dem heutigen Schillerplatz. Ein Wiederaufbau des auf das 18. Jahrhundert zurückgehenden Theaters war aber wegen der beengten Standortverhältnisse und der gewünschten Erweiterung nicht möglich.

Nach dem Ende des Krieges diente das Lichtspieltheater - Schauburg - (vgl. Situationsplan) als provisorische Bühne. Ein neues Theater sollte im östlichen Schlossflügel entstehen. Deshalb wurde im Juli 1949 ein Wettbewerb ausgeschrieben, um in den Barockbau des 18. Jahrhunderts einen Einbau von zwei Sälen, einem großen für die Oper, Konzerte und das klassische Schauspiel und einem kleinen für moderne Inszenierungen, einzufügen. Für das Schlosstheater gingen 39 Entwürfe ein, eine Umsetzung der "Schlosstheateridee" erfolgte jedoch nicht. Statt dessen bekannte sich die Bürgerschaft im zerstörten Mannheim mehr und mehr zur Nachkriegsmoderne (1) und so schrieb die Stadt im Juni 1952 für das Projekt Nationaltheater einen neuen Ideenwettbewerb aus. Den eingeladenen Architekten wurde mitgeteilt, dass das neue Nationaltheater als eine wesentliche architektonische Potenz nach der Zerstörung auch dem Wandel der geistlichen Entwicklung in der Gegenwart gerecht werden solle. Das neue Theater wurde eines der wichtigsten städtebaulichen Bauvorhaben nach dem zweiten Weltkrieg.

Als Standort wurde der Goetheplatz vorgesehen, der an der Ringstraße zwischen dem Stadtzentrum und der Oststadt liegt. Unter dem Areal befindet sich ein Tiefbunker aus dem zweiten Weltkrieg, der nicht abgebrochen werden durfte.

Das innovative Raumprogramm wurde vom Intendanten des Nationaltheaters, Hans Schüler, aufgestellt. Es galt einem Doppelbau mit einem Großen Haus für die Oper mit ca. 1.200 und einem Kleinen Haus für das Schauspiel mit ca. 400 bis 500 Plätzen. Neben vier Mannheimer Architekturbüros wurden sechs auswärtige Architekten aufgefordert sich mit Vorentwürfen an der ersten Stufe des Ideenwettbewerbs für das geplante Nationaltheater zu beteiligen.

Folgende überregionale Architekten waren eingeladen:
- Ludwig Mies van der Rohe, Chicago
- Hans Scharoun, Berlin
- Perrottet von Laban, Basel (2)
- Rudolf Schwarz, Köln
- Otto Ernst Schweizer, Karlsruhe
- Richard Döcker, Stuttgart

Aufgrund der Empfehlung des Bundes Deutscher Architekten, Kreisgruppe Mannheim, wurden folgende lokale Arbeitsgemeinschaften ebenfalls eingeladen:
- Mündel/Plattner, Architekten Mannheim
- Schmechel/Thoma, Architekten Mannheim
- Max/Wagner/Au, Architekten Mannheim
- Lange/Minzlaff, Architekten Mannheim

Nach Durchführung der ersten Wettbewerbsstufe wurde 1953 als weiterer Architekt Gerhard Weber aus Frankfurt a. M. in die Konkurrenz aufgenommen, dessen Entwurf in den Jahren 1955 " 57 ausgeführt wurde. Die Grundsteinlegung am 18. Juni 1954 fand im Rahmen der Feierlichkeiten zum 175-jährigen Bestehen des Theaters statt.